Taktik im 2 gegen 2: Block, Abwehr und Ansagen

Zu zweit deckt man das Feld nur ab, wenn man sich vorher abspricht. Wie ihr Block und Abwehr aufgeteilt, kommuniziert und im Hobby-Beachvolleyball gewinnt.

Die Entscheidung vor jedem Punkt

Im 2 gegen 2 besteht die Taktik fast ausschließlich aus einer Entscheidung, die bei jedem Ball neu getroffen wird: Einer blockt, der andere wehrt ab, oder beide wehren ab. Es gibt keine absolut richtige Antwort: Es hängt vom angreifenden Gegner und den Bedingungen ab.

Man blockt gegen Gegner, die hart und berechenbar angreifen, weil der Block eine der beiden Linien wegnimmt und den Angreifer zwingt, die andere zu wählen. Auf den Block wird verzichtet bei Gegnern, die den Ball nur legen (Lobs), bei vielen tiefen Lobs und wenn der Wind die Flugbahn des Angriffs unberechenbar macht. Denkt daran, dass im Beachvolleyball die Blockberührung als erster Ballkontakt zählt: Wer blockt, bleibt danach dafür verantwortlich, den Ball weiterzuspielen. Ein halbherziger Block ist daher die schlechteste Wahl.

Die Ansagen hinter dem Rücken

Der Blockspieler zeigt seinem Partner mit der Hand hinter dem Rücken vor dessen Aufschlag an, was er blockieren will. Die gängigsten Absprachen sind einfach und es lohnt sich, sie auch unter Freunden zu nutzen:

Es geht nicht um den Code an sich, sondern darum, dass der Abwehrspieler vorher weiß, welche Feldhälfte nicht seine ist. Ein Abwehrspieler, der mit der richtigen Information startet, erreicht Bälle, denen er sonst nur hinterhersehen würde.

Wo sich der Abwehrspieler positioniert

Drei Grundpositionen, sortiert nach Häufigkeit im Freizeitbereich:

  1. Hinten, auf der vom Block nicht abgedeckten Seite. Das ist die Standardposition: Der Block nimmt eine Linie weg, der Abwehrspieler deckt die andere und den tiefen Lob ab. Wichtig ist, ruhig zu starten und den Schlagarm des Gegners zu lesen.
  2. Vorne, auf der kurzen Diagonale. Gegen Gegner, die den Ball oft kurz hinter den Block legen, rückt der Abwehrspieler in Richtung der Drei-Meter-Linie ein, um die kurzen Bälle zu erlaufen. Das Hinterfeld wird dabei aufgegeben.
  3. In der Mitte, Abwehr ohne Block. Wenn niemand blockt, teilen die beiden Spieler das Feld vertikal in zwei Hälften und spielen alles, was kommt. Das ist die sinnvollste Entscheidung gegen weniger schlagkräftige Gegner und im Freizeit-Beachvolleyball oft die erfolgreichste.

Faustregel: Der Abwehrspieler bewegt sich erst, wenn der Angreifer bereits den Anlauf gestartet hat, nicht früher. Wer sich zu früh bewegt, zeigt seine Entscheidung und wird in der freigelassenen Zone angespielt.

Der Aufschlag als taktisches Mittel

Im 2 gegen 2 ist der Aufschlag die erste taktische Aktion und nicht nur ein Mittel, um den Ball ins Spiel zu bringen. Vier Optionen, die funktionieren:

Berücksichtigt auch das Risikomanagement: Die akzeptable Fehlerquote ändert sich mit dem Spielstand und dem Wind. Bei 18-18 mit Rückenwind ist der Aufschlag, der den Satz entscheidet, derjenige, der genau auf die Linie gezogen wird.

Zuspiel zu zweit

Es spielt immer derjenige zu, der nicht den ersten Ballkontakt hatte. Das klingt selbstverständlich, ist aber die Ursache für 90% der verlorenen Bälle unter Freunden. Drei Tipps:

Wenn das Zuspiel im oberen Zuspiel (Pratschen) nicht absolut sauber ist, spielt im unteren Zuspiel (Bagger) zu: Beim Beachvolleyball wird das obere Zuspiel nicht so tolerant gepfiffen wie der erste Ballkontakt und ist die am häufigsten abgepfiffene Aktion.

Die Sicherung des Angriffs

Das Letzte, was man lernt, und das Erste, was ein eingespieltes Team auszeichnet. Wenn der Partner angreift, schaut man nicht zu: Man geht tief unter ihn, zwei oder drei Meter entfernt, bereit, den geblockten Ball aufzusammeln. Im Beachvolleyball prallt der Ball vom Block oft kurz und rettbar ab: Ein Team, das sichert, verwandelt einen verlorenen Punkt in einen wieder offenen Ballwechsel.

Und eine Regel für das Zusammenspiel, die wichtiger ist als jedes System: Man spricht zwischen den Ballwechseln, nicht währenddessen. Zu zweit gibt es keine Auswechselbank, keinen Trainer und niemanden, dem man die Schuld geben kann: Das Team, das sich zwischen den Punkten abspricht, ist dasjenige, das am Ende des Tages immer noch gut spielt.

Häufige Fragen

Lohnt es sich im Beachvolleyball immer zu blocken?

Nein. Die Blockberührung zählt als einer der drei Kontakte, weshalb ein schlechter Block kontraproduktiv ist. Gegen Gegner, die viele Lobs spielen, oder bei unbeständigem Wind ist es oft besser, auf den Block zu verzichten und zu zweit abzuwehren.

Warum machen Beachvolleyballer Handzeichen hinter dem Rücken?

Der Blockspieler teilt seinem Partner vor dessen Aufschlag mit, welche Linie er abdecken will, damit der Abwehrspieler vorab weiß, welche Feldhälfte er sichern muss. Das ist auch unter Freunden eine nützliche Absprache.

Wer spielt im 2 gegen 2 zu?

Derjenige, der nicht den ersten Ballkontakt hatte: Im Beachvolleyball gibt es keinen festen Zuspieler. Es ist ratsam, den eigenen ersten Kontakt laut anzusagen, damit sich der Partner sofort zum Netz bewegt.

Wohin sollte man im Freizeit-Beachvolleyball am besten aufschlagen?

Die effektivsten Optionen sind auf den schwächeren Annahmespieler, auf den besseren Angreifer (um ihn zur Annahme zu zwingen), kurz knapp hinter das Netz oder in die Grenzzone zwischen den beiden Gegnern.

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