Es ist nicht einfach Hallenvolleyball auf Sand
Beachvolleyball teilt mit der Halle die technische Ausführung und sonst recht wenig. Man spielt 2 gegen 2 auf einem Feld von 16 × 8 m, ohne Mittellinie und ohne Angriffslinie, sodass jeder Spieler von jedem Punkt des eigenen Feldes aus angreifen und verteidigen kann. Es gibt keine Auswechslungen: Wer das Spiel beginnt, beendet es auch. Und es gibt keine festen Positionen, denn zu zweit macht man alles.
Die Netzhöhe ist dieselbe wie in der Halle: 2,43 m für die Männer, 2,24 m für die Frauen. Das Feld ist jedoch kürzer und schmaler, und der Sand nimmt den Füßen den Abdruck, den ein Hallenboden bietet. Das Ergebnis ist eine Sportart, bei der man weniger springt und mehr das Spiel liest: Die Ballwechsel sind lang, kraftvolle Angriffe sind weniger entscheidend und es kommt auf die Kontrolle an.
Beachvolleyball in Zahlen
| Was | Wert |
|---|---|
| Spielfeld | 16 × 8 m, ohne Mittellinie und ohne Angriffslinie |
| Spieler | 2 pro Team, keine Auswechslungen |
| Netzhöhe | 2,43 m Männer · 2,24 m Frauen |
| Sätze | Best-of-Three |
| Erste zwei Sätze | bis 21 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung |
| Entscheidungssatz | bis 15 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung |
| Seitenwechsel | alle 7 erzielten Punkte (alle 5 im Entscheidungssatz) |
| Auszeit | 1 von 30 Sekunden pro Satz pro Team |
| Sand | mindestens 40 cm tief, fein und eben |
Die drei Unterschiede, die das Spiel verändern
Der erste ist, dass der Block als Ballkontakt zählt. In der Halle hat das Team nach einem Block noch drei Kontakte; im Beachvolleyball ist der Blockkontakt der erste der drei. Wer blockt, muss also danach bereit sein, den Ball zu spielen: Das ist der Grund, warum beim Beachvolleyball oft nur einer blockt, während der Partner hinten bleibt, um zu verteidigen.
Der zweite ist das Verbot des Angriffs mit offenen Fingern. Der "Lob" mit offenen Fingern, der in der Halle genutzt wird, um den Ball über den Block zu legen, ist im Beachvolleyball ein Fehler. Stattdessen nutzt man die Knöchel (den sogenannten Cobra-Shot), die offene, feste Handfläche oder einen kurz geschlagenen Angriffsball.
Der dritte ist die Toleranz beim ersten Ballkontakt. Bei einem hart geschlagenen Ball darf der erste Kontakt des Teams ein Doppelkontakt sein oder leicht geführt werden: So nimmt man Aufschläge an und verteidigt Angriffe mit den Händen – eine Aktion, die in der Halle abgepfiffen würde.
Wie man den Sand liest
Wer aus der Halle kommt, merkt schnell drei Dinge. Man kann nicht auf dieselbe Weise laufen: Die Füße sinken ein, Bewegungen erfolgen mit kürzeren Schritten und das Loslaufen erfordert mehr Antizipation. Man springt nicht wie auf dem Parkett: Der Abdruck geht im Boden verloren und muss durch einen längeren Anlauf geholt werden. Und man hechtet nicht aus Gewohnheit: Auf Sand kann man Bälle erreichen, die in der Halle unmöglich wären, sodass man mehr am Boden spielt und viel seltener aufgibt.
Dazu kommen Wind und Sonne, die beim Beachvolleyball kein Nebenschauplatz, sondern ein taktisches Element sind: Man wählt die Feldseite, passt den Aufschlag an, zwingt den Gegner, mit dem Blick nach oben zu spielen. Der Seitenwechsel alle 7 Punkte ist genau dafür gedacht.
Wo man spielt und mit wem
In Italien findet man Beachvolleyballfelder an bewirtschafteten Stränden, in Sportzentren mit Sandplätzen und in vielen städtischen Anlagen, die im Sommer geöffnet sind. Zum Spielen braucht man zwei Personen, nicht sechs: Das ist der wahre Vorteil von Beachvolleyball und der Grund, warum Turniere im Sommer an einem einzigen Nachmittag entstehen.
Wenn du ein Turnier am Strand organisierst, wird der Spielplan auf dem Smartphone ausgefüllt und der Spielstand direkt vom Feld aus mit VolleyFriends eingetragen. So bleiben die Tabellen aktuell, ohne dass ein Zettel am Pavillon hängt, der beim ersten Gewitter nass wird.
Auf den Seiten dieser Website findest du die vollständigen Regeln des 2 gegen 2, den genauen Vergleich zur Halle, wie man die Bewegung im Sand trainiert, wie man mit Wind und Sonne spielt und was man wirklich braucht, um ein Sommerturnier auf die Beine zu stellen.
