Der Block: Lesen, Hände und Abstimmung mit der Abwehr

Der Block dient nicht nur dazu, den Ball abzuwehren: Er entscheidet, wohin der Gegner angreifen kann. Wie man liest, springt und den Rest abdeckt.

Wozu der Block wirklich dient

Direkte Blockpunkte zu zählen, ist der schlechteste Weg, ihn zu bewerten. Ein nützlicher Block tut drei Dinge, und nur das erste bringt Punkte:

  1. Er stoppt den Ball (Blockpunkt);
  2. er bremst ihn ab und macht ihn verteidigbar (Block-Touch);
  3. er nimmt einen Feldbereich weg und zwingt den Angreifer dorthin zu schlagen, wo die Abwehr auf ihn wartet.

Das dritte ist das wichtigste und am wenigsten sichtbare: Ein Block, der immer dieselbe Linie abdeckt, ermöglicht es der Abwehr, sich sicher zu positionieren. Ein Block, der willkürlich springt, schadet dem eigenen Team mehr als gar kein Block, weil er unvorhersehbare Lücken hinterlässt.

Eine Regelanmerkung: Beim Hallen-Volleyball zählt die Blockberührung nicht als Ballkontakt des Teams — nach dem Block verbleiben drei Kontakte und der Blockspieler darf den Ball erneut spielen. Beim Beachvolleyball ist es umgekehrt.

Die Ausgangsposition

Füße parallel in Schulterbreite, Knie leicht gebeugt, Hände hoch vor der Brust oder auf Schulterhöhe, Blick über das Netz. Die hohen Hände sind keine Spielerei: Von dort starten sie schneller und es bleibt keine Zeit, sie von unten hochzunehmen.

Der Abstand zum Netz ist so zu wählen, dass man vertikal springen kann, ohne es zu berühren: etwa eine Unterarmlänge. Zu nah berührt man das Netz, zu weit weg verliert man das Übergreifen.

Die Hände über dem Netz

Die technische Ausführung besteht im Wesentlichen aus diesen vier Details:

Typische Fehler: nach vorne springen und das Netz berühren; zu früh springen; die Arme oben gestreckt halten, ohne überzugreifen; die Hände aus Angst vor dem Ball zurückziehen.

Das Timing des Sprungs

Das ist der schwierige Teil, denn der Block springt nach dem Angreifer und nicht gleichzeitig mit ihm. Der praktische Anhaltspunkt: Man springt ab, wenn der Angreifer bereits die Armbewegung begonnen hat, also in der Luft ist. Bei einem hohen Angriff über die Außenposition startet der Block später, als es sich instinktiv anfühlt.

Bei einem Schnellangriff über die Mitte gilt das Gegenteil: Der Mittelblocker muss praktisch zeitgleich mit dem Angreifer springen, die Analyse erfolgt also über das Zuspiel.

Goldene Regel für den Freizeitbereich: Lieber zu spät springen als zu früh. Ein verspäteter Block kann den Ball noch berühren; ein Block, der sich bereits im Sinkflug befindet, nützt nichts und lässt den Bereich offen.

Worauf man achten muss

Die Reihenfolge des Lesens in Sekundenbruchteilen:

  1. Der Zuspieler: Von wo und wie er zuspielt, wie weit er vom Netz entfernt ist, wohin er schaut.
  2. Die Flugbahn des Zuspiels: hoch, schnell, nach hinten. Sie bestimmt, wer wann angreift.
  3. Der Anlauf des Angreifers: Von wo er startet, in welchem Winkel. Ein Angreifer, der sehr weit außen anläuft, hat die Diagonale als natürlichen Schlag.
  4. Schulter und Ellbogen im Moment des Schlags: Das ist der letzte Hinweis und dient nur der finalen Anpassung der Hände.

Wer nur auf den Ball und nicht auf den Angreifer schaut, kommt immer zu spät.

Einerblock, Doppelblock oder kein Block

Einerblock. In einer Freizeitmannschaft ist das oft die beste Wahl: Wer vor dem Angreifer steht, springt, die anderen verteidigen. Einfach, und niemand hinterlässt Lücken durch unnötiges Laufen.

Doppelblock. Der Spieler, der sich hinzubewegt (in der Regel der Mittelblocker), stellt sich direkt neben den Mitspieler, ohne ihn zu überlappen: Zwischen den vier Händen darf keine Lücke sein. Das muss trainiert werden, denn zwei versetzte Blockspieler sind schlechter als einer allein.

Kein Block. Gegen Angreifer, die den Ball oft nur legen oder das Netz nicht mit Wucht überwinden, ist es eine rationale Entscheidung, auf den Block zu verzichten und sechs Abwehrspieler aufzustellen. Das muss mit den Mitspielern abgesprochen und darf nicht improvisiert werden.

Block und Abwehr sind eine Einheit

Das ist das Konzept, das die Leistung einer Freizeitmannschaft grundlegend verändert. Der Block nimmt einen Bereich weg: Die Abwehr stellt sich darauf ein, welcher Bereich weggenommen wurde. Zwei einfache Aufstellungen, beide gültig, sofern sie vorher abgesprochen wurden:

In beiden Fällen muss jemand den Lob hinter dem Block abdecken: Das ist der häufigste Ball im Freizeitbereich und der am meisten ignorierte. Weise diese Aufgabe einer bestimmten Person zu, nicht "dem, der gerade hinkommt".

Den Block trainieren

Zur Sicherheit: Man landet auf beiden Füßen, ohne in den Raum des gegnerischen Angreifers unter dem Netz einzudringen. Die meisten Knöchelverletzungen in der Halle passieren genau dort, auf dem Fuß eines anderen, direkt auf der Mittellinie.

Häufige Fragen

Wann muss man zum Block springen?

Nach dem Angreifer, nicht gleichzeitig mit ihm: Man springt ab, wenn der Angreifer bereits in der Luft ist und die Armbewegung beginnt. Beim Schnellangriff über die Mitte hingegen springt der Block fast zeitgleich ab, und die Analyse erfolgt über das Zuspiel.

Wie hält man die Hände beim Block?

Die Finger sind gespreizt und fest, die Daumen nah beieinander und nach oben gerichtet, die Hände greifen über das Netz mit nach vorne und unten abgeknickten Handgelenken. Die äußere Hand schließt zum Feldinneren hin, damit der abgefälschte Ball nicht ins Aus fliegt.

Darf man beim Blocken das Netz berühren?

Nein, eine Netzberührung ist ein Fehler, wenn sie während des Spielens des Balls zwischen den Antennen erfolgt. Um dies zu vermeiden, springt man vertikal ab und startet etwa eine Unterarmlänge vom Netz entfernt.

Zählt die Blockberührung als einer der drei Kontakte?

Beim Hallen-Volleyball nein: Nach dem Block hat das Team noch drei Kontakte und der Blockspieler darf den Ball erneut spielen. Beim Beachvolleyball hingegen zählt die Blockberührung als erster Kontakt des Teams.

Lohnt sich ein Block in einer Freizeitmannschaft?

Ja, aber oft nur als Einerblock: Es springt derjenige, der vor dem Angreifer steht, und die anderen verteidigen. Ein schlecht abgestimmter Doppelblock hinterlässt größere Lücken als gar kein Block.

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